»Geysir als Endpunkt einer Zeitreise«

Interview mit dem Geschäftsführer der Vulkanpark GmbH, Jörg Busch, über die Zusammenarbeit
zwischen der kreiseigenen Gesellschaft und der Andernacher Geysir.info gGmbH:

Werden Sie das Geysir-Erlebniszentrum als neues Projekt des Vulkanparks bewerben?

»Selbstverständlich wird die Vulkanpark GmbH dies tun. Der Geysir geht als weitere
Attraktion des Gesamtprojektes Vulkanpark an den Start, und die Zusammenarbeit mit den
Kollegen der Geysir.info gGmbH funktioniert sehr gut. In den vergangenen Monaten haben
wir bereits einen gemeinsamen Auftritt vorangetrieben. Der Geysir taucht beispielsweise
unter dem Dach der Gesamtmarke 'Vulkanpark' in unseren Werbeanzeigen auf und wird in
der Gesamtbroschüre mit dem Titel 'Zeitreise in die Welt der Eifelvulkane' ausführlich
beworben. Darüber hinaus haben Vulkanpark GmbH und Geysir.info gGmbH an diversen
Touristik-Messen teilgenommen und eine Roadshow mit dem Vulkanbus der Rhein-Mosel-
Verkehrsgesellschaft in Köln, Bonn und Siegen durchgeführt.«

Halten Sie die prognostizierte Zahl von jährlich 100.000 Besuchern des Andernacher
Geysirs für realistisch?

»Diese Frage möchte ich mit einem klaren Ja beantworten. Allerdings macht die derzeitige
Wirtschaftskrise neben der Touristikbranche auch musealen Einrichtungen - und damit
dem Vulkanpark in doppelter Hinsicht - zu schaffen. Unter normalen wirtschaftlichen
Bedingungen sind 80.000 bis 100.000 Besucher meines Erachtens realistisch. Andernach
liegt an der wunderschönen Rheinschiene und damit an einem der touristisch bedeut-
samsten Verkehrsströme des Landes Rheinland-Pfalz. Ich möchte noch anmerken, dass
hinter dem Geysir-Erlebniszentrum die Machbarkeitsstudie eines renommierten
Beratungsunternehmens aus Bremen steht. Inhaltlich und methodisch sehe ich keinen
Grund, diese Studie anzuzweifeln. Und dennoch muss ich als ehemaliger Marktforscher
sagen, dass derartige Studien immer auch Prognosen sind, die mit einer gewissen
Unsicherheit behaftet sind. Im konkreten Fall ist diese Unsicherheit die allgemeine
Wirtschaftskrise. Doch auch die geht irgendwann vorüber.«

Der Lava-Dome in Mendig und das Geysir-Zentrum ähneln sich: Beide Einrichtungen
stellen Aspekte des Vulkanismus in der Region dar. Wie haben sich die Besucherzahlen im
Vulkanmuseum entwickelt? Kommen die Besucher auch ein zweites Mal?

»Die Besucherzahlen im Lava-Dome haben sich erwartungsgemäß entwickelt. Im Jahr der
Eröffnung  2004 lagen sie noch deutlich unter den Folgejahren, weil 2004 noch kein volles
Geschäftsjahr für den Lava-Dome darstellte. Seit 2005 befinden sich die Besucherzahlen auf
einem konstant hohen Niveau und schwanken rund fünf Prozent um den Mittelwert der
Jahre 2005 bis 2008. Wir konnten dabei feststellen, dass viele Besucher tatsächlich
'Wiederholungstäter' sind, den Lava-Dome also durchaus ein zweites, drittes oder viertes
Mal besuchen. Es gibt sogar Besucher, die jedes Jahr kommen. Und das ist beileibe kein
Phänomen des Lava-Domes allein. Auch das Infozentrum Rauschermühle in Plaidt und das
Römerbergwerk in Kretz begrüßen jedes Jahr aufs neue alte Bekannte.

In Ihrer Frage sprechen Sie an, dass die Ausstellungen sich ähneln. Dem entnehme ich eine
indirekte Frage: Warum soll jemand, der den Lava-Dome gesehen hat, noch den Geysir
besuchen? Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Jemand, der das Porsche-Museum in
Stuttgart besucht hat, mag sich trotzdem noch für ein Eisenbahnmuseum interessieren,
obwohl es doch in beiden Fällen um das Thema Mobilität geht. In unserem Fall erklärt der
Lava-Dome den Vulkanismus - und zwar weltweit, nicht nur den der Osteifel. Im Geysir-
Erlebniszentrum erfahren wir, welchen Einfluss vulkanische Phänomene noch heute auf
unser Leben haben, auch wenn die Vulkane bei uns Gott sei Dank nicht mehr aktiv sind.  
So gesehen markiert der Geysir den Endpunkt einer Zeitreise, die vor über 200.000 Jahren
begann, und die man in Gänze nur im Vulkanpark des Landkreises Mayen-Koblenz erleben
kann.«
...sprang der Andernacher Kaltwasser-Geysir, als die Heinz-Sielmann-Stiftung im Sommer
2009 das schönste Naturwunder Deutschlands suchte. Dafür hatte die Stiftung des vor
kurzem verstorbenen Tierfilmers auf ihrer Internetseite 42 Naturattraktionen zur Auswahl
gestellt. Rund 20.000 Menschen beteiligten sich an dem Wettbewerb. Mit 11,3 Prozent  
der Stimmen errang das Wattenmeer den Spitzenplatz. 4,3 Prozent konnte der Geysir
ergattern - für einen Newcomer ein tolles Ergebnis!
"Hallo, Herr Busch, ich bin das Maskottchen Ihres Parks und noch ein äußerst aktiver Vulkan, vergessen Sie das nicht!"
Grafiken: vulkanpark.com

Aus dem Stand auf Platz 8...
JETZT TEILEN >>
"Falsche Freunde: Facebook-Freunde!"
(Unser Webmaster scheint sich zum Saboteur entwickeln zu wollen...)
© 2009-2016 Wolfgang Broemser